|
Vätternrundan 2008 – Der Schwedische Radmarathon -
etwa 20 Mitglieder des Radteams – Rügen der SANA Sportgemeinschaft Rügen e.V. machten sich in der 2. Juniwoche nach Schweden auf den Weg, um zum wiederholten Mal mit dem Rennrad auf die 300 Kilometer lange Stecke rund um den Vätternsee zu gehen. An diesem Radmarathon nehmen seit 43 Jahren in Folge jährlich mehr als 17.000 Radfahrer teil. Damit ist die Vätterrundan die wohl größte Radsport-veranstaltung dieser Art auf der Welt. Hinzu kommt die bezaubernde schwedische Landschaft und die besondere herzliche Art der schwedischen Menschen.
Die Stadt Motala, der Start und Zielort des Fahrradmarathons, und die Insel Rügen, haben durch den von Rügen stammenden Bauherrn des GÖTAKANALS, Baltzar von Platen, eine besondere historische Verbindung. Aus diesem Grund gehört ein besuch der Schleusentreppe des Kanals zum Pflichtprogramm.
In der Nacht vom 13.6. zum 14.6.2006 gingen die 20 Mitglieder des Radteams Rügen und schätzungsweise weitere 40 Rüganer Radsportler auf den langen Weg um den zweitgrößten schwedischen und fünftgrößten europäischen See. Die Rüganer Sportler sind am Vätternsee Dank unserer Pioniere Harald Seemann sowie Horst und Olaf Wutzke zu einer Hausnummer beim Veranstalter geworden. Dieser Eindruck wurde durch unsere weit und gut sichtbaren Trikots in diesem Jahr noch verstärkt.
Bei prima Wetter und mit guter Stimmung gingen dann um 03.30 Uhr die Herren Harald Seemann, Horst Trilck, Heinrich Dachner, Sven Waldow, Dirk Köpcke und Herbert Trilk (Schreiberling ) an den Kanten über 300 km in einem Ritt. Der Veranstalter hatte wieder mal alles erdenkliche getan, um den Sportlern beste Bedingungen zu bieten. Dafür gebührt den vielen Organisatoren und Helfern an dieser Stelle unser besonderer Dank. Für die kalten Temperaturen um die 5 Grad konnte er allerdings nichts, aber gegen Kälte kann man etwas machen, gegen Dauerregen eher nicht so viel. Gut war es, dass die Strasse in den Morgenstunden schon wieder trocken war. Die Aussicht auf die wärmende Morgensonne machte uns mutig, ohne Vorbehalte an den langen Kanten zu gehen.
Unsere Sechsergruppe fand bald zusammen. Die ersten hektischen Zuckungen unserer jungen Leute wurden durch einen Unfall auf der Strecke etwas abgebremst. Ab dem zweiten Depot ging es dann relativ geordnet im Sechserpack weiter. Die Wechsel und die gegenseitige Unterstützung wurde immer ausgewogener. Mit unserem Sechserpack heben wir für uns eine neue Qualität in die Rundfahrt gebracht. Während wir in den vergangenen Jahren immer Ausschau nach Gruppen halten mussten, die in etwa unser Tempo und unseren Fahrstiel fuhren, waren wir auf dieser Tour diejenigen, die von anderen Fahrern gesucht wurden. Es lief sehr auffällig richtig rund. Manchmal hatten wir bis zu 30 bis 40 Leute hinten dran, die sich als Trittbrettfahrer ein wenig in unserem Luftsog ausruhten. Wir störten uns nicht daran, denn in den vorangegangenen Jahren hingen wir ja auch hinten mit drin. Es war für uns eine neue gute Erfahrung, denn wenn man selbst vorn fährt, hat man alle Trümpfe, incl. einer höheren Sicherheit, in der eigenen Hand. Wir führen jedes Depot an. Die Dienstleistungen, die da geboten werden, hatten wir mit unserem Startgeld auch ausreichend bezahlt. Die Berge hinter der Hammersundbrücke in Richtung Medevi, es sind durch die Verlagerung des Depots Medevi hinter den Ort 8 Stück, wurden in einem beachtlichen Tempo gefahren, so dass unsere Durchschnittsgeschwindigkeit von über 29 Km/h deutlich gehalten werden konnte. Mit einem Alterdurchschnitt von deutlich über 50 Jahren in unserer Gruppe sollte dieser Durchschnitt im Vergleich zu anderen Fahrten um den Vätternsee schon recht brauchbar sein. Im Motala angekommen führen wir zu 6. nebeneinander die Uferpromenade entlang über den Zielstreifen. Der herzliche Empfang durch die vielen Zuschauer tat einfach gut. Nach der Entgegennahme der Medaillen wurde noch ein Starfoto auf dem so genannten „Eisenschwein“ im Zielbereich gemacht. Wir waren einfach stolz auf uns. Alle sechs Fahrer unserer Gruppe hatten die gleiche Start- und Ankommenszeit. Eine starke Teamleistung hatte sich hiermit bestätigt. Die Anspannung wich urplötzlich der Erleichterung über ein erreichtes großes Ziel. Ein unvergleichliches Glücksgefühl stellte sich bei uns allen ein. Wir waren Gewinner über uns selbst geworden.
Leider mussten wir bei der ersten Auswertung der Fahrt feststellen, dass nicht alle Fahrer unseres Teams das Ziel erreicht hatten. Birgit musste aus gesundheitlichen Gründen die Fahrt abbrechen und Jenz ist ebenfalls aus gesundheitlichen Gründen gar nicht erst an den Start gegangen. Außerdem konnten die Sportsfreunde Dieter Tonn, Wolfram Wahl und Erik Pellegrin aus den gleichen Gründen nicht starten. Wir wünschen allen eine schnelle Genesung, damit das Training bald wieder aufgenommen werden kann. Es gibt in diesem Jahr noch verschiedene sportliche Höhepunkte und im Jahr 2009 wird es eine neue Auflage der Vätternrundan und damit auch eine neue Chance geben. Wir werden mit Sicherheit wieder dabei sein.
Herbert Trilk TC
|